Aus einem brennenden Kellerloch hat unsere verdiente Genossin Sahra O'Hara das verkohlte Manuskript bzw. den verkohlten USB-Stick unseres mindestens genauso verdienten Genossen Sandro Sahara gerettet. Es trägt den Titel "Reset 13.0.0.0.0 - Stürzt 2012 die Matrix ab?" und beschäftigt sich überwiegend mit Hunden und Zigarren.
Sandro Sahara selbst indessen scheint einem Attentat von Occupy-Aktivisten zum Opfer gefallen zu sein. Doch lesen Sie selbst (sofern Sie noch so lange Zeit haben):
http://deadwallreveries.wordpress.com/2012/02/02/reset-13-0-0-0-0-sturzt-2012-die-matrix-ab-1-teil/
http://deadwallreveries.wordpress.com/2012/02/02/reset-13-0-0-0-0-sturzt-2012-die-matrix-ab-2-teil/
http://deadwallreveries.wordpress.com/2012/02/02/reset-13-0-0-0-0-sturzt-2012-die-matrix-ab-3-teil/
http://deadwallreveries.wordpress.com/2012/02/02/reset-13-0-0-0-0-sturzt-2012-die-matrix-ab-4-teil/
02.02.2012
Reset 13.0.0.0.0 - Stürzt 2012 die Matrix ab?
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Kreise Apokalypse, Hinter den Kulissen, Illusionsbruch, Metatexte, Theater, Utopie
19.01.2012
Finanzmarkt-ABC
Ja, es gibt uns noch! Aber das Rheuma macht uns zu schaffen... Trotz schmerzender Finger hier also eine CTRL+V-Veröffentlichung, frisch von der Festplatte unseres Autors Sandro Sahara abgegriffen - nach guter deutscher Aristokratenart freilich ohne das Wissen oder gar die Einwilligung des Autors.
Dieser Text ist nämlich eigentlich nur ein Auszug aus dem traditionellen Neujahrstext von DWR, den unser säumiger Autor Sandro Sahara aufgrund einer Ineinanderstauchung widerwärtiger Unwahrscheinlichkeiten, darunter Bisswunden und Großbrände, bisher nicht fertigstellen konnte. Da uns seit Silvester 0 Uhr zahllose Beschwerden von Abonnenten erreicht haben, wo denn "der gottsbeschissene NeujahrsteXt" bleibe, verbunden mit Drohungen, unsere "P3nn35173 p3r H4ck3r4n6r1ff" lahm zu legen, haben wir uns zu dieser Vorabveröffentlichung entschlossen.
http://deadwallreveries.wordpress.com/2012/01/19/finanzmarkt-abc/
Der laut Prognose seines Autors unerhört lange und sinnverwirrende Text "Reset 13.0.0.0.0 - Stürzt 2012 die Matrix ab?" wird in vollem Format wohl erst gegen Ende des Monats am üblichen Ort erscheinen. Achten Sie also bis dahin auf ihren Weg kreuzende Rottweiler.
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Kreise Das Kapital, Hinter den Kulissen, Utopie
24.10.2011
Schnupfen
Nikolai Gelmutowitsch Pessokow ist seit Jahr und Tag ein gern gesehener Gast der DWR-Kommune, in der er, mangels auch minimalen Vermögens, häufig nächtigte und propagierend vor sich hinsoff, bevor ihn eine Art böser Wachtraum zum Kräutertee bekehrt hat. Nun säuft und brüllt und prügelt er nicht mehr, nun seufzt und murmelt er nur noch, und niemand nimmt von ihm Notiz.
Sein Tagebuch schreibt er allerdings weiterhin: nur an wenigen, halbwegs optimistischen Tagen im Jahr, wenn er, zumeist in ungereimten Versen, bedeutende Begebenheiten - wie Goethe sie genannt hätte - festhält zur Erbauung für alle Mitgenossen und -goethianer da draußen "im wohlbeheizten Vorzimmer der Apokalypse", wie er zu sagen pflegt.
http://deadwallreveries.wordpress.com/2011/10/24/schnupfen/
Salute!
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Kreise Hinter den Kulissen, Werbung
17.10.2011
Das Gute am Kapitalismus
Wir virtuellen Comandantes, Berufsschmarotzer, Ego-Shooter-Terroristen, Schnäppchennerds und digitalzigeunernden Hedonismusveteranen von der binären Sexavantgarde wissen natürlich, dass der Kapitalismus eine geile Scheiße ist! Aber weißt Du es auch, elektronischer Wanderer? Teste Dein Wissen und mach Dich fit für die Zielgerade unseres Systems:
http://deadwallreveries.wordpress.com/2011/10/16/das-gute-am-kapitalismus/
Wir werden nochmal alles geben!
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Kreise Hinter den Kulissen, Werbung
16.10.2011
Dead Wall Reveries ziehen um!
Liebe Freundinnen, Genossen und Mitinsassen!
Wegen fortgesetzter nicht lösbarer Probleme mit der Software des verabscheuungswürdigen Bloganbieters "Blogger" aka "Blogspot" ist das Autorenkollektiv von DEAD WALL REVERIES kurzentschlossen zu "Wordpress" übergesiedelt - dem Hilton unter den Blogadressen und damit der für unsere Texte adäquaten Unterbringung:
http://deadwallreveries.wordpress.com/
Wir möchte darum unsere mittlerweile zwölftausend Abonnenten an dieser Stelle höflich bitten, uns auch unter der neuen Adresse treu zu bleiben, da sonst die Preise für unsere Werbepartner und damit natürlich auch die Qualität unserer Gedanken sinken würden. Und damit die Überlebenschancen der Menschheit (wir würden verstehen, wenn das für Sie ein Grund wäre, unser neuadressiertes Blog nicht mehr zu abonnieren).
Auch das neue Apartement ist übrigens von Servacius Wuest, unserem IT-, PR- und SM-Spezialisten, gewohnt finster hergerichtet und unserem alten Souterrain detailgetreu nachgebildet worden. Alle Freunde poetisch-violetter Feierabende können also auch weiterhin auf unsere Kosten kommen.
PS: Um der besseren Übersichtlichkeit willen werden künftig alle weiteren DWR-Beiträge auf diesem Blog angekündigt und verlinkt. Warum? Weil es das Nutzlose ist, was wir lieben.
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28.09.2011
Generation Frankenstein oder Spielschulden bei der Wirklichkeit
Gehören auch Sie zu jenen Menschen, die sich über ihr eigenes Wesen nicht so ganz im Klaren sind? Haben auch Sie in philosophischen Momenten – auf der Intensivstation, in einer Gletscherspalte oder Montag morgens bei der Wassergymnastik im Rahmen der ARGE-Maßnahme „50 plus – fit für den Job“ – mitunter das Empfinden, Sie wüßten gar nicht so genau, wer Sie sind? Seit mindestens 150 Jahren ist das völlig normal. Wir nennen es ‚Moderne‘. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist: seit mindestens fünf Jahren gibt es ein Mittel dagegen. Wir nennen es ‚soziale Netzwerke‘.
Die Online-Community, um eine noch dümmlichere Bezeichnung zu verwenden, ist in Wahrheit, das heißt ökonomisch betrachtet eine virtuelle Massenhaltung mit freiwillig an der Futterrinne der Werbewirtschaft angetretenem Datenvieh. Die euphemistisch ‚User‘ genannten Benutzten beziehen jeder eine ‚Profil‘ getaufte Box und füllen ein paar stereotype Fragebögen mit all den Nettigkeiten aus, aus denen heute so ein digital-urbanes Leben zwischen zwanzig und fünfzig besteht, also Job-Mosaik plus Lieblingsserien. Wobei es ihnen zurecht Spaß macht, dass sie überhaupt noch nach ihrer Meinung gefragt werden. (Wozu vernetzt man sich denn sonst, wenn einen keiner nach seiner Meinung fragt?) Sind die Leutchen soweit eingegliedert, dürfen sie nach Lust und Langeweile ihre digitale Box mit jugendfreien Bildern bekleben und mit politisch korrekten Zitaten verzieren, ihren mehr oder eher minder außergewöhnlichen Alltag auf tausenderlei Arten vermerken, vermessen und verkünden wie Thesen an einem postmodernen Kirchentor, außerdem, least but not last, ihren bei Halbgratis-Spielchen erdaddelten Trophäennebbich ausstellen und mit Leuten, die einen seit der Kindergartenabschlussfeier nicht mehr genervt haben, ansteckungsfrei drauflosmenscheln bis zum Bindehautkatarrh. Klingt doof? Nur, weil ich’s doof gesagt habe. Darum nochmal anders gesagt: hier werden alle Ego-Träume wahr.
Schon das Wort Profil bedeutet nicht weniger als einen klaren Umriss der Person, die hinter dem Schirm sitzt, einen Schattenriss, ein zweidimensionales Portrait also. Wie bei jeder Distanzkommunikation fehlt die dritte Dimension, die räumliche Tiefe, und die Begegnung im Zeitfluss, kurz: die Realität. Ich und die Anderen, das Licht der Welt und mein Schatten, nur diese beiden gegensätzlichen Ebenen konturieren das Image. Jeder Netzwerker wird so zum Schöpfer eines zweiten Präsentier-Ichs, von dessen distinktiven Qualitäten die als 'Freunde' umheuchelten Juroren dieses Selbstoptimierungsprojekts zu überzeugen sind. Jeder sein eigener Frankenstein, der ein Second Me, gewissermaßen seinen Sozialavatar, aus den Leichenteilen eines Bedeutungsuniversums zusammenlumpt, in dem von der Biermarke (Astra!) bis zum Zwölftonkomponisten (Hauer!), von der politischen Theorie (Ordoliberalismus!) bis zur Lieblingsmetropole (Shanghai!) schlichtweg alles als Zutat in der narzisstischen Retorte dienen kann, um sich im individualistischen Wettrüsten günstig vor der Konkurrenz zu positionieren. Im Überangebot der Netzgesellschaft – an potentiellen Partnern, Freunden, Mitbewerbern, Charismatikern – kämpfen bange Privatmenschlein mit ähnlichen Strategien um Aufmerksamkeit wie Unternehmen in der Offline-Ökonomie: Unverwechselbarkeit, ‚Alleinstellungsmerkmal‘ im Marketingdummdeutsch, ist für Produkte wie für Menschen das konkurrenzverdrängende Ideal – und freilich, leider, leider, nicht viel mehr als das, eine Kompensionsvision im Cubicle. Zugleich bleibt man mit seiner Selbstwert-Schöpfung natürlich den gesellschaftlich geprägten Vorstellungen von einem gelungenen Leben verpflichtet, die über Distinktion und Extraordinarität ja doch hinausgehen. Also alle feuchten Träume von Sicherheit, Erfolg und Rückhalt, Coolness, Souveränität und Hedonismus stehen auf dieser Potemkinschen Party zusammen und bestätigen einander, keine Pappkameraden zu sein.
Denn das gilt freilich für jedes PR-Projekt: ohne gläubiges Publikum wird aus einer Mücke keine frohe Botschaft. So gibt’s ohne Zuschauer auch keine Identität. Ohne den Anderen kein Ich. Ohne Spiegel kein Bewusstsein. Denn nicht die einsame Wahrheit zählt, sondern was für wahr gehalten wird. Die Parallelwelt, die dabei entsteht, ist nicht virtueller als die des Finanzmarkts, der Werbung oder der Arbeitsmarktstatistik. In der Marktwirtschaft ist nichts was es ist – sondern alles nur als was es sich verkaufen läßt. Maximale Gewinnspanne bei minimalem Gebrauchswert ist keineswegs Betrug, sondern im Gegenteil – der größte anzunehmende Unternehmererfolg. Der ollen Tante Realität läßt sich noch immer was aus dem Beutel leiern. Solange sie nichts merkt. –
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Kreise Apokalypse, Das Kapital, Illusionsbruch, Industriekultur, Originalrealität, Scheinsein, Utopie